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Osterbräuche bei den Günzenhauser Minis

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 12. April 2016

Fleißig waren sie wieder einmal, die Günzenhauser „Minis" und banden am Samstag vor Palmsonntag bei Mesner Martin Wildgruber rund 80 Palmbuschen. Aber auch der Spaß am gemeinsamen Werkeln bei der dekorativen Arbeit mit den Naturmaterialien kam selbstverständlich nicht zu kurz. Die fertigen Palmbuschen waren eine Augenweide und wurden am Palmsonntag vor dem Kriegerdenkmal gegen eine Spende angeboten.

Das erfreuliche Resultat besteht in einer Summe von 300 Euro, die demnächst an die Stiftung AKM (Ambulantes Kinderhospiz München) übergeben werden soll, die sich schwerst- oder unheilbar kranken Kindern und ihren Familien widmet. Die Ministranten möchte sich auf diesem Weg bei all ihren Spendern recht herzlich bedanken.

Osterbraeuche-Palmbuschbinden


 

Stichwort - Palmbuschenbinden: Der traditionelle Brauch des Palmbuschenbindens geht auf den festlichen Einzug Jesu in Jerusalem zurück. Dort wurde er vom Volk mit wedelnden Palmzweigen begrüßt und gefeiert. Am Palmsonntag, dem letzten Sonntag der Fastenzeit vor dem Osterfest, werden die gebundenen Palmzweige im Gottesdienst geweiht, die als Schutz- und Segenszeichen gelten.


  

Und auch die alte Karfreitagsratsche, die seit einigen Jahren im Museumskeller unter der Schulturnhalle in der Danziger Straße in Eching ausgestellt ist und zusammen mit vielen Werkzeugen und Gerätschaften Zeugnis aus der bäuerlichen Vergangenheit ablegt, wurde zu einer österlichen Exkursion nach Günzenhausen gebracht und dort von den Ministranten wieder (re)aktiviert – und diente nach altem österlichen Brauch von Gründonnerstag abends bis zur Osternacht als Ersatz für die Glocken. „Durch die Arbeit der vielen Holzwürmer und die Kraft der Ministranten brach leider eine der vier "Latten" ab" berichtete Mesner Martin Wildgruber. Da muss demnächst noch einmal Hand angelegt werden, um das Relikt aus der Vergangenheit für kommende Einsätze zu reparieren.

Osterbraeuche Karfreitagsratsche

 


 

Stichwort – Karfreitagsratschn: Der Karfreitag – der Freitag vor dem Ostersonntag – ist vielerorts auch als „Stiller Freitag" bekannt, da an diesem Tag an Jesus Tod am Kreuz gedacht wird. Deshalb gibt es auch bis zum Ostersonntag in katholisch geprägten Gemeinden kein lautes Glockengeläut mehr. Dem Volksmund zufolge fliegen die Glocken stattdessen nach Rom, um die Beichte abzulegen. Diese Geschichte wird bis heute vor allem kleinen Kindern erzählt. Als Bestandteil des Osterbrauchtums werden die gläubigen stattdessen mit Klappern oder Ratschen zum Gottesdienst gerufen.


Für Sie berichtete Ulrike Wilms; Fotos: Martin Wildgruber