lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo neufahrner-echo haarer-echo herrschinger-spiegel mooskurier

„Peter und der Wolf“

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 26. Oktober 2016

Ein musikalisches Märchen, gespielt vom marote-Figurentheater

Russische Worte murmelnd, stolpert der Großvater auf die Bühne, aber leider verstehen die Kinder kein Wort. Auf seine Frage „spreken deutsch?“ erntet er zum Glück lautstarke Zustimmung und so kann das Theater beginnen. Ofen eingeheizt, Filzpantoffeln angezogen, Pfeifchen angezündet. „Scheen gemitlich“ will er es sich mit den Kindern machen, um ihnen von seinem Enkel Peter zu erzählen, der listig und mit Hilfe eines kleinen Vogels den grauen wilden Wolf gefangen hat.

Kinder der 1. und 2. Klassen aus Eching und Fahrenzhausen und Kindergartenkinder aus Eching und Dietersheim durften am 25. Oktober im Echinger Bürgerhaus die musikalische Geschichte von Peter und dem Wolf“ miterleben, erzählt hat ihnen das spannende Abenteuer Peters Großvater alias Thomas Hänsel, Leiter des marote-Figurentheaters Karlsruhe.

Das altmodische Radiogerät tut – zur Erheiterung der Kinder - absolut nicht das, was der Opa will, aber als er nach langem Suchen schöne Musik gefunden hat, funktioniert es endlich. Man glaubt ihm gerne, dass das Orchester im Radiokasten sitzt, denn nach und nach holt er die unterschiedlichsten Instrumente heraus, die eine Rolle in der Geschichte spielen. Da erklingt z.B. die Geige, wenn der kleine Peter durch den Garten des Opas stromert, oder man hört die Klarinette, wenn das Kätzchen herumschleicht.

peterundderwolf

Thomas Hänsel vom marote-Figurentheater, erzählte die musikalische Geschichte „Peter und der Wolf“.

Um die Bühne für das Geschehen herzurichten, braucht der Großvater nur wenige Handgriffe. Die bunte Tischdecke wird zur Blumenwiese, das Radio zum Haus, die Schublade verwandelt sich in den Teich, in dem die Ente schwimmt. Der Stuhl wird mit Hilfe einer Felljacke mit Kopf gar zum wilden Wolf, der die Ente frisst, der aber am Ende von Peter mit Hilfe eines kleinen Vogels überlistet, gefangen und dem Jäger übergeben wird. Beendet wird die Geschichte ganz zauberhaft, im aufgeklappten Radio sieht man im Schein einer Lampe den langen Zug mit Peter, Großvater, Jäger und gefangenem Wolf als Schattenfiguren vorüberziehen.

Thomas Hänsel versteht es, mit wenig Aufwand die Kinder für sich einzunehmen. Seine scheinbare Unbeholfenheit löst lautes Lachen aus und er bezieht die Kinder geschickt ins Geschehen mit ein. Die kleinen Holzfiguren agieren so lebendig, dass man fast den Schauspieler vergessen könnte, der sie in den Händen hält.

Die kleinen Zuschauerinnen und Zuschauern nahmen vernehmbar Anteil am Geschehen und sparten nicht mit lautstarken Warnungen, Hinweisen und Kommentaren, die durchaus nicht unkritisch waren. Denn als der Großvater mit erhobenem Zeigefinger mahnte, man solle immer auf den Opa hören, kam umgehend eine selbstbewusste Antwort aus dem Publikum: „aber auch auf die Oma!“.

Für Sie berichtete Maria Schultz.