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Lernwerkstatt – eine Chance für individuelles Lernen

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 16. November 2017

Ein Angebot der Grund- und Mittelschule Eching

Leistung und Begabung sind bei jedem Kind anders. Damit jedes Kind von der 1. bis zur 9. Jahrgangsstufe die Chance hat, dem eigenen Wissensstand und der unterschiedlichen Begabung entsprechend ganz individuell gefördert, aber auch gefordert zu werden, gibt es in der Grund- und Mittelschule Eching für die Fächer Mathematik und Deutsch die „Lernwerkstatt“, ein Angebot das es im Landkreis nur in wenigen Schulen gibt.

Ehe ein Kind daran teilnehmen kann, muss jedoch erst einmal festgestellt werden: Wo steht es? Welche Aufgaben kann es bewältigen? Für die Lehrerin/den Lehrer ist dies eine große Herausforderung und es ist viel Wissen erforderlich, denn erst nach der genauen Diagnose kann ein individueller Plan erstellt werden, mit dem dann Kind und Lehrkraft arbeiten.

Entsprechend dem Arbeitsplan sucht sich jedes Kind seine Materialien selber und ist auch dafür verantwortlich, dass hinterher alles wieder aufgeräumt wird. Alles ist eindeutig gekennzeichnet Zahlen, Symbole und Fotos helfen, das richtige Fach zu finden.

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Anhand ihres Arbeitsplans suchen sich Schülerinnen und Schüler selbständig ihr Lern- und Übungsmaterial.

Eines der Ziele ist, dass die Kinder die gestellten Aufgaben selbständig erledigen und am Ende dann auch selbst die Ergebnisse überprüfen. Mit einem Smiley dürfen sie beurteilen, ob etwas zu leicht oder zu schwer war. Sie arbeiten zwar nach ihrem Plan, haben aber die Möglichkeit, zu schwierigeren Aufgaben zu wechseln, oder eine Stufe zurück zu gehen. Da die Arbeitsmaterialien rein sachlich und nach Themenbereichen geordnet sind, gibt es keinen Anlass für Wertung oder zum Vergleichen.

Doch das ist alles nicht so einfach, wie es sich anhört. Es gab zwar fertige Unterlagen und Materialien, doch es musste noch jede Menge selbst gemacht werden, ehe es losgehen konnte. An einem „Bastelabend“ wurde von Lehrern und Eltern kopiert, ausgeschnitten und laminiert. Viele, die nicht kommen konnten, halfen in Heimarbeit, dafür hatte Renate Koch, eine der drei Lehrerinnen, die für die Lernwerkstatt zuständig sind, rund 50 „Bastelpakete“ vorbereitet. „Die Hilfsbereitschaft der Eltern war sehr groß“.

Die Belegung der Lernwerkstatt ist unterschiedlich. In der Regel kommen die Kinder ein- bis zweimal pro Woche, oft in kleinen Gruppen. Dadurch kann auch parallel gearbeitet werden und nicht selten sind gleichzeitig Erstklässler und Schüler der neunten Klasse zur selben Zeit in dem hellen gemütlichen Raum. Schülerinnen und Schüler dürfen selbst entscheiden, wie und wo sie arbeiten möchten, ob am Tisch, auf dem flauschigen Teppich oder im Stehen.

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Die Lehrerinnen Renate Koch, Beate Hammer und Stefanie Kreutz (v.li.) betreuen die Lernwerkstatt an der Echinger Grund- und Mittelschule.

Bereits seit fünf Jahren gibt es die Lernwerkstatt in der Echinger Grund- und Mittelschule. Die drei Lehrerinnen Stefanie Kreutz, Beate Hammer und Renate Koch, die dafür zuständig sind, bieten inzwischen vor allem auch Beratungstunden für Lehrkräfte an, die sich in das Projekt einarbeiten wollen.

„Wir sind hier in einer glücklichen Lage.“ Konrektorin Marlene Grassl erzählt, dass Pädagogen aus anderen Schulen zu Fortbildungskursen zum Thema Lernwerkstatt nach Eching kommen. „Da werden wir oft beneidet.“

Für Sie berichtete Maria Schultz.