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Echinger Bigband begeistert bei musikalischem Heimspiel der Extra-Klasse

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 05. Juli 2016

Für alle Fans und Freunde von Swing, Jazz, Blues und Dixieland-Sound eine Pflichtveranstaltung der mitreißenden Art ist das seit über 30 Jahren wiederkehrende sommerliche Konzert der Echinger Bigband im Bürgerhaus. Am Montagabend, 4. Juli war es wieder einmal soweit. Die renommierten Vollblutmusiker unter Leitung ihres der langjährigen „Band-Leaders" Bernhard Ullrich begeisterten bei ihrem Heimspiel der Extra-Klasse einmal mehr mit sattem Bläsersound und voller Dynamik.

Vom Start weg sprang mit dem traditionellen „Creole Jazz" und einem Benny-Goodman Medley die Spielfreude als inspirierender Funke von der Bühne in den Saal.
Neben der „überzeugenden Mannschaftsleistung" der 16 köpfigen Formation sind die lustvollen und inspirierten Soli und Improvisationen, ob Flügelhorn-Solo von Heinz Dauhrer mit „On a clear day" Posaunen-Duett „Raw Bones" oder Heinrich Haas jun. (Gesang und Klavier) in Begleitung eines Bläsertrios, ein virtuoses Merkmal des Ensembles. Und wie immer durfte Drummer Werner Schmitt vor der Pause bei seinem spektakulären Percussion-Solo über acht Minuten lang unter Beweis stellen, „was man aus der Schießbude alles rausholen kann" (Zitat Ullrich).
Aber auch Trauer hatte ihren Platz beim diesjährigen Konzert – im Gedenken an den im letzten Monat nach kurzer Krankheit verstorbenen Echinger Musiklehrer und Bassisten Chris Lachotta und Swing-Legende Hugo Strasser (7.4.1922 – 17.3.2016), die beide im Vorjahr noch mit dabei waren. So wurde der Abend durchaus auch eine Hommage an Strasser, den unvergessenen Altmeister des Swing und der Klarinette. Haas und Ullrich, beide Mitglieder des „Orchesters Hugo Strasser" und der von ihm gegründeten Kombo „Hot Five", ist es ein Anliegen, das musikalische Erbe posthum am Leben zu erhalten. Aus dem Archiv mit rund 2000 Notenarrangements des verstorbenen Swing-und Jazzmusikers, das Strasser testamentarisch Heinrich Haas, seinem Nachfolger als Orchesterleiter und Pianist vermacht hat, stammte beispielsweise der Titel „Sweet Sue".

 

Bigband16 1
Sandy Patton, renommierte amerikanische Modern Jazz Sängerin und Professorin für Jazzgesang an der Hochschule der Künste in Bern, mit Wohnsitz in der Schweiz, war der Stargast des Abends. Allein unter Männern ließ sie sich von den eingespielten Instrumentalisten „verwöhnen", die die zierliche Lady ins rechte musikalische Rampenlicht setzten. Wunderbar weich und wandelbar im Klang, mit großem Volumen und warmem Timbre, zog die ausdrucksstarken Stimme der zierlichen 68jährigen Sängerin die Zuhörer in ihren Bann, von temperamentvoll bis gefühlvoll-melancholisch.
Wie es sich am guten Schluss beim Bigband-Konzert eingespielt hat, wurde das bestens unterhaltene Publikum mit zwei bekannten Zugaben, nämlich mit „In the Mood" und dem gefühlvollen Glenn-Miller-Evergreen „Moonlight Serenade" stimmungsvoll in den Abend entlassen – bis zum nächsten Mal in einem Jahr... am 3. Juli 2017.


Zitat Bernhard Ullrich, musikalischer Leiter der Echinger Bigband:
„Uns macht's immer wieder Spaß"


 

Für Sie berichtete Ulrike Wilms