lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo neufahrner-echo haarer-echo herrschinger-spiegel mooskurier

Eching feiert miteinander - beim internationalen Fest der Kulturen

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 25. Juli 2016

„Die Welt Zuhause in Eching"
Fröhlich, friedlich, farbenfroh – über 12 Stunden lang wurde am 23. Juli 2016 nonstop ein fantastisches Fest der Kulturen in Eching gefeiert, in dieser Form und Fülle ein Novum für die Gemeinde. Das tolle Fest aus der Taufe gehoben hat, mit Unterstützung der Gemeinde, das gemeinnützige Kulturforum e.V. .

Auf dem Bürgerplatz, im ASZ Mehrgenerationenhaus und im Bürgerhaus entfaltete sich vom morgendlichen Trompetenweckruf mit der Eurovisionsmelodie bis zum Folkkonzert mit der Live-Band Cara ein abwechslungsreiches, attraktives Programm für jung und alt, das viel Raum für Begegnungen bot und viel Open-Air, denn trotz unsicherer Wetterprognose blieb es bis zum späten Nachmittag freundlich und trocken.
Zur Eröffnung am Morgen fanden sich, allen voran, die Echinger Kindergartenkinder ein, viele in bayrischer oder ihrer Nationaltracht. Sie brachten neben blumengeschmückten Bollerwagen Flaggen und Fähnchen mit und „pflanzten" daraus einen üppigen Nationenstrauß, ein schönes Bild, das zugleich die Realität und eine „gelebte Einstellung" abbildet:

 

Kulturfest2b Masterfoto

In Eching sind über 2300 Mitbürger aus 90 verschiedenen Herkunftsländern daheim. Für die einzigartige, fantastisch- facettenreiche Programmfülle zeichneten maßgeblich einheimische Kräfte mit ausländischen Wurzeln verantwortlich. Über 20 Nationen gestalteten ein kunterbuntes Miteinander - trotz oder auch gerade wegen der schrecklichen Bluttat des Vorabends in München, deren Opfer natürlich gedacht wurde.
Mit Musik, Tanz, Sport, Theater, Lesung, Kreativem, Dekorativem, und Informativem aus aller Welt sowie Speis und Trank wurde ein sichtbares Zeichen dafür gesetzt, „dass es in Eching keine Grenzen gibt" so Sybille Schmidtchen, Vorsitzende des Kulturforums bei der Eröffnung unter dem Applaus der vielen Besucher. Ein internationales Festes der Kulturen zu feiern, sei in diesen Zeiten einfach nötig geworden, so Schmidtchen weiter. Und überhaupt: Eching sei von Alters her und von Natur aus „multikulti".
Was eine Heimatgemeinde bereichert, sie „reich", abwechslungsreich und liebenswert macht, zeigten vor allen Dingen die jüngsten Akteure: Echings Kinder. Einen vielsprachiger Weckruf im Kanon steuerte die Grundschule Nelkenstraße bei, die gesanglich zu Protokoll gab: „International zu singen macht uns Spaß." Zur Belohnung gab es im Gegenzug ein opulentes Kinderprogramm, bei dem alle voll auf ihre Kosten kamen, und das fast ausschließlich kostenlos: sei es beim Kindertheater mit dem Froschkönig, bei der kniffligen Kulturfest-Rallye, bei Spielen von Anno-dazumal und aus aller Welt, beim Gestalten von bunten Buttons, Gesichterschminken oder „Pünktchen-Malerei" in Anlehnung an die Kunst der australischen Aborigines. Zu kaufen gab es bemalte hölzerne Kulturbausteine, die ebenso wie die Versteigerung der bunt geschmückten Bollerwagen dem Kulturforum zu Gute kommen werden. Mit Informations-Ständen vertreten waren Irland, die Türkei, Tschechien und die Ukraine. Musikalisch, tänzerisch, künstlerisch, kulinarisch und sportlich ging es auf Weltreise rund um den Globus, dank der Beiträge (unter vielen anderen !!!) der Musikschule, Musikverein St. Andreas, Magdalenenchor, Tanzclub, den Highway-Nine Line-Dancern, SCE Karate , TSV Eching, Rope-Skippern und orientalischen Tänzerinnen der vhs. Eigens und in eigener Tracht angereist war eine Delegation aus Echings ungarischer Patengemeinde Majs. „Very British" ging's beim „Dinner for one" im Kellertheater zu, bei der Familienmusik Servi dagegen „bavariös". Bravourös entführen Gesangs- und Instrumental-Solisten und Ensembles in die internationale Klassik, ebenso wie in die Mongolei, nach Japan, Indien, England, Frankreich oder Venezuela, ...
Ein schönes Symbol für ein facettenreiches Miteinander stellt eine imposante „Mosaikstele der Freundschaft" dar, eine Idee von Margret Lösch. Im Nachgang des Kulturfestes wird das Gemeinschaftskunstwerk mit den von den Besuchern mitgebrachten landestypischen Dekoteilen zu einem kunstvollen Ganzen zusammengefügt - eine bleibende Erinnerung, für die noch ein geeigneter Platz gefunden werden muss: Warum nicht im neuen Rathaus?
Wie grenzüberschreitend und international insbesondere auch Musik ist, demonstrierte auf mitreißende Art die bekannte Folklore-Band Cara, die wetterbedingt ins rappelvolle Bürgerhaus ausweichen musste. Die fünf Musiker, neben der schottischen Sängerin und Pianistin Kim alles Deutsche, haben sich sehr erfolgreich der irischen (!) Folkmusik mit Akkordeon, Geige, irischem Dudelsack, Gitarre und Rahmentrommel verschrieben und begeisterten mit Virtuosität, Spielfreude und fantastischen Stimmen, mit der sie traditionelle Shanties, Tänze und traditionelle tragisch-romantische Balladen mit Eigenkompositionen und Cross-Over-Arrangements variierten – und einen klangvollen Schlussakkord hinter einen denkwürdigen Tag setzten.


Zitat: "Es ist schön, in so einer Heimat zu leben!" (Sybille Schmidtchen)


Kulturfest1b Masterfoto

Bei der Eröffnungsfeier auf dem Bürgerplatz standen die jüngsten Bürger im Mittelpunkt: Kindergartenkinder zogen mit blumengeschmückten Bollerwagen und Flaggen aus aller Welt aus allen Richtungen ein und versammelten sich vor der Bühne.

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.