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Wechsel im Bürgermeisteramt

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 07. April 2016

Überraschender Rückzug von Bürgermeister Josef Riemensberger
Dritter Bürgermeister Thomas Kellerbauer tritt zur Wahl an

Seit dem 6. April 2016 ist es öffentlich und offiziell: Eching bekommt auf jeden Fall ein neues Gemeindeoberhaupt, denn der amtierende Bürgermeister Josef Riemensberger tritt nach vier Kandidaturen und 18jähriger Amtszeit, für viele völlig überraschend, nicht mehr zur Wiederwahl an. Wie der 58jährige bei der Ortshauptversammlung der CSU wörtlich sagte, sei dies eine Entscheidung „aus ganz persönlichen Gründen". Als ihren Kandidaten nominierten die Echinger Christsozialen mit 32-Ja und einer Nein-Stimme den 47jährigen Gemeinderat, 3. Bürgermeister und Ortsvorsitzenden Thomas Kellerbauer.

Bereits im November letzten Jahres hat die SPD ihren jungen, parteifreien Kandidaten Sebastian Thaler ins Rennen geschickt, der von den BfE (Bürger für Eching), Grünen und Echinger Mitte unterstützt wird. Zweiter Bürgermeister Otmar Dallinger (Freie Wähler) tendiert wohl aus beruflichen Gründen eher dazu, seine sichere Existenz als Kaminkehrermeister nicht für eine ungewisse Bürgermeisterwahl aufs Spiel zu setzen. So deutet vieles darauf hin, dass der neue Bürgermeister entweder Kellerbauer oder Thaler heißen dürfte.


Am 3. Juli haben es dann die Echinger Bürger in der Hand, wer für die kommenden sechs Jahre als Gemeindeoberhaupt die Geschicke der Kommune lenkt.


Die Bekanntgabe „Kandidatur ja oder nein" des amtierenden Bürgermeisters hat lange auf sich warten lassen – und dementsprechend war im Vorfeld viel spekuliert worden. Selbst die Fraktion und Parteifreunde hatte Riemensberger erst am 4. April ins Bild gesetzt. Seine langjährigen Verdienste insbesondere als Sanierer der Finanzen würdigte der ehemalige Gemeinderat und Rektor Josef Schwentner und attestierte Riemensberger unter anhaltendem Applaus, „ein gut bestelltes Haus" zu hinterlassen. Als Nachfolger darf sich Kellerbauer der „vollen Unterstützung" in CSU- Ortsverband, Fraktion und Kreis sicher sein. Starthilfe leisteten allen voran auch Bundestagsabgeordneter Erich Irlstorfer und Landtagsabgeordneter Florian Herrmann. „Wir stehen hinter dir" so Herrmann wörtlich und stellte dem „hervorragenden Kandidaten" ein erstklassiges Zeugnis aus.

Er charakterisierte Kellerbauer als „sympathisch, fleißig und intelligent", als jemanden, der „integrieren und Charaktere zusammen bringen und in ein gute Richtung führen kann." Stellvertretende Ortsvorsitzende Dagmar Zillgitt untermauerte die besondere Eignung des Kandidaten Kellerbauer mit einer argumentativen Vier-Punkte Liste.

Er stehe für "Bürgernähe, Glaubwürdigkeit, Entschlusskraft" und versprach, "mit Verstand, Herz und Leidenschaft" „für unsere Heimat zu arbeiten " und seine ganze Kraft deren zukunftsorientierter Entwicklung zu widmen. Als erste inhaltliche Themen nannte er eine Balance von „ Ökonomie und Ökologie" und den Ausbau "naturnaher Freizeitmöglichkeiten" mit mehr „Fahrradfreundlichkeit". Die seit langer Zeit diskutierten Umgehungsstraßen für Dietersheim und Eching will er "mit Nachdruck weiter entwickeln", ebenso wie sozialen Wohnungsbau und den öffentlichen Nahverkehr. Es gelte bei alledem prinzipiell, „die langfristige finanzielle Leistungsfähigkeit im Blick zu behalten." Die Gemeinde insgesamt solle "als Gemeinschaft wahrgenommen werden", betonte er, wobei er sich als Bürgermeister für alle Bürger verstanden wissen will, nicht als CSU-Parteimitglied.

 

CSU-Buergermeisternominierung Masterfoto

CSU Bürgermeisterkandidat Thomas Kellerbauer, der (nicht nur) bei seinen politischen Ambitionen stets von seiner Ehefrau Anita unterstützt wird.

 

 

 

Sonstige Tagesordnungspunkte

Komplettiert wurde die Versammlung durch kurze Ein- und Ausblicke von Ortsvorsitzendem Kellerbauer in die Aktivitäten im Ortsverband mit sportlichen, informativen und geselligen Facetten, letztere mit Weltkindertag und Walderlebniswanderung besonders für Familien und Kinder. Fraktionschef Georg Bartl ebenso wie Bürgermeister Josef Riemensberger rissen zentrale Themen der Ortspolitik mit dem Schwerpunkt Wohnungsbau an. Bartl fokussierte sich dabei zudem auf das „schöne Klima" innerhalb der achtköpfigen CSU Gemeinderatsfraktion mit sechs neuen und zwei bewährten Kräften, die „ohne Palaver vernünftige Arbeit geleistet habe" und als harmonische und schlagkräftige Gruppe „nach außen und nach vorne" eine guten Eindruck hinterlassen habe.
Simon Schindlmayr versuchte, einen kurzen Einblick in die Arbeit des Bezirksrates im allgemeinen und seine eigenen sozialen und politischen Schwerpunkte im besonderen zu geben. Dazu zählen aktuell die adäquate Unterbringung junger Behinderter, die er als „persönliche Baustelle" bezeichnete und die Jugendbildung im Bezirksjugendring.

 


Delegiertenwahl
Neben der Bürgermeister-Nominierung stand auch noch die Wahl der Delegierten in die Kreisvertreterversammlung für die Bundestagswahlen 2017 an. Für den CSU-Ortsverband galt es, zehn Delegierte (und Ersatzdelegierte) dafür zu bestimmen. In der Reihenfolge der meisten Stimmen wurden damit Josef Riemensberger, Thomas Kellerbauer, Bruno Hirschbolz, Robert Hiermansperger, Karl Lamprechtinger, Simon Schindlmayr, Helma Kaiser, Bernhard Wallner, Gottfried Riedmeir und Klemens Seemüller in die Versammlung entsandt, wobei Dagmar Zillgitt mit gleichem Ergebnis wie die beiden letztgenannten freiwillig den Nachrückerplatz einnahm.

 


Ehrungen
Auch insgesamt fünf verdiente CSU-ler standen für ihre langjährige Vereinstreue zur Ehrung an: Für 25 Jahre Wilhelm Kaiser und Johann Handschuh, für 30 Jahre Dieter Migge und für 40 Jahre Xaver Frank Fenk und Rudolf Hofmann. Lediglich letztgenannter nahm die Auszeichnung persönlich aus der Hand des frisch designierten Bürgermeisterkandidaten entgegen.

CSU-Buergermeisternominierung 2

Auf dem Foto von links nach rechts: Stellv. OV Michael Steigerwald, Stellv. OV Dagmar Zillgitt und Stellv. OV Robert Hiermansperger, Rudolf Hofmann mit der Ehrenurkunde, MDL und CSU-Kreisvorsitzender Florian Herrmann, BM-Kandidat Thomas Kellerbauer und MDB Erich Irlstorfer.



Für Sie berichtete Ulrike Wilms