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Begegnungen im Advent

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 18. Dezember 2016

Ein Abend mit Menschen aus aller Welt
„Advent bedeutet wörtlich übersetzt „Ankunft". Beim Begegnungsabend im Advent" am 8. Dezember, der auf Initiative des Helferkreises Asyl Einheimische und Flüchtlinge zwanglos zusammenbringen wollte, zeigte sich heuer bei seiner zweiten Auflage, dass die Asylbewerber in der Zwischenzeit ein Stück weit(er) in Eching angekommen sind.

Schade allerdings, dass außer den ohnehin am Miteinander interessierten Echingern, hauptsächlich aus Helferkreis, Nachbarschafthilfe und Kirche, kaum neue Gesichter aus der einheimischen Bürgerschaft den Weg ins Bürgerhaus gefunden hatten.

 

Begegnungsabend1-Masterfoto

Die Tische waren festlich eingedeckt und geschmacklich auf „multi-kulti" eingestellt: neben Äpfeln und Mandarinen gab's auch Fladenbrot, Salzgebäck und delikate Dips. Gespendet wurde von der Wirtsfamilie Vogt zudem eine rein vegetarische, aber sehr schmackhafte Linsensuppe. Die Getränke übernahm, anders als beim ersten Begegnungsabend, die Gemeinde Eching.
„Hier wird heute Abend alles auf Deutsch ablaufen" – so begrüßte in langsamen, deutlichen Worten Gertrud Wucherpfennig, Sprecherin des Echinger Helferkreises Asyl, die gut 150 Gäste, in etwa zur Hälfte alteingesessene und neue Bürger. Mittendrin Echings Bürgermeister Sebastian Thaler. Anhand einer Weltkarte und einer Herkunftsstatistik zeigte Wucherpfennig auf, dass Vaterland und Muttersprache der Gäste „bunt gemischt" sind. In den beiden Unterkünften in der Gemeinde, in der alten Schule in Dietersheim und in der neu eingerichteten Unterkunft in der Oskar-von-Miller-Straße leben gut 200 Flüchtlinge aus 15 Staaten: 123 Männer, 36 Frauen und 42 Kinder. Sie stammen aus Pakistan, Afghanistan, Iran, Aserbaidschan, Irak, Syrien, Libanon, Somalia, Eritrea, Sudan, Kongo, Nigeria, Mali, Senegal und Sierra Leone, die meisten aus Nigeria, Afghanistan und Pakistan. Neben Ratschen und Essen war der Abend von einem Mitmach-Programm der geprägt. Dazu gehörte das Malen mit Wachsmalkreiden, um etwas Schönes und Festliches zu Papier zu bringen. Anschließend wurden die einzelnen Bilder zu großen Collagen zusammengeklebt. Diese werden Farbe und persönliche Akzente in die Aufenthaltsräume der „Oskar-von-Miller-Straße" bringen. Wie bereichernd die Vielfalt der Völker und Kulturen ist, die aktuell in Eching wohnen, führten die – zum Teil ganz spontanen – Beiträge auf der Bühne vor Augen, beziehungsweise in die Ohren. Musikalisch mit gutem Beispiel voran ging der Elferchor der evangelischen Kirchengemeinde, der bei Spirituels zum Mitsingen einlud. Wie bereichernd die Vielfalt der Kulturen ist, führten weitere – zum Teil spontane – Beiträge auf der Bühne vor Augen. So steuerte Reza Azimi auf der Dambora, einem zweisaitigen Streich- und Zupfinstrument, ein melancholisches Lied aus seiner Heimat Afghanistan bei. Die Schwestern Shahed und Baylasan stimmten auf fröhliche und mitreißende Art ein syrisches Kinderlied an. Ruth und Favour, Mutter und Tochter aus Nigeria in landestypischer Kleidung und mit Temperament und Schwung sangen zwar nicht auf Deutsch, aber gut verständlich auf Englisch, nämlich den Song: „Let your power flow in this place". Und auch der 12jährige Mohamed, knappe zwei Jahre in Deutschland, belegte mit seinem tollen deutschen Rap und einem ganz persönlichen Dank an einzelne Personen, allen voran dem „Herrn Franz" (gemeint ist Franz Nadler, der zusammen mit seiner Frau Hauptansprechpartner für die Flüchtlinge in der Dietersheimer Unterkunft ist) Thalers Aussage: „Die Kinder können schon am besten Deutsch". Dieses hoffnungsvolle Zeichen passt nicht nur besonders gut in die Adventszeit, sondern stimmt optimistisch für eine beginnende Integration.

christkindlmarkt 56
Weitere kreative Facetten steuerte die Mosaikwerkstatt von Margret Lösch bei, in der gemeinsam Stelen gestaltet werden.


Für Sie berichtete Ulrike Wilms.