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Starkbierfest mit viel Lokalkolorit

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 19. März 2017

Starke Sprüche, starkes Bier und starke Männer
Die rechte Mischung macht's – und das galt auch für das Starkbierfest des Musikvereins Sankt Andreas am 18. März im Bürgerhaus: Starkes Bier, starke Sprüche, starke Männer und Frauen, dazu zünftige Blasmusik, viele gut gelaunte und ebenso unterhaltene Gäste, davon viele in Tracht und durchaus auch eine dosierte Tracht Prügel verbaler Natur – damit sind die wesentlichen Zutaten genannt, die der unterhaltsamen und kurzweiligen Abendveranstaltung die rechte Würze und viel Lokalkolorit verliehen haben.

Als gelungener Auftakt eines langen Abends machte dann erstmalig Echings Bürgermeister Sebastian Thaler, begleitet von seiner Frau Marlen, das erste Fass auf.

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Vom Weihenstephaner Fachmann Michael Daschner eingewiesen, brachte er mit zwei kernigen Schlägen den süffig-dunklen Gerstensaft zum Laufen. Damit nahm die Veranstaltung mächtig Fahrt auf.

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Auf der Bühne spielte das Orchester des Musikvereins unter Leitung seines Dirigenten Michael Werner viel Traditionelles, aber auch Tanzbares auf und animierte sein Publikum, eine flotte Polka aufs Parkett zu legen.Ein Gesangsduo mit Maria Wallner und Benedikt Migge sorgte für Abwechslung und Schwung. Von Abba-Songs über „in München steht ein Hofbräuhaus" oder die „Vogelwiese" bis zur mitternächtlichen feierlichen Bayernhymne zeigte die Musiker keinerlei Ermüdungserscheinungen und stimmte regelmäßig ein Prosit auf die Gemütlichkeit an. Als Moderatoren und Animateure führten die Brüder Matthias und Benedikt Migge durchs Programm. Die Besucher ließen sich gern animieren, etwa auch durch den einladenden Trinkspruch: „Da tut mir doch das Herze weh, wenn ich leere Krüge seh" – und sprachen dem ausgeschenkten Edelstoff der beiden Sorten Vitus und Korbinian gerne zu.

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Eine Ansprache ganz besonderer Art hatte wieder Bruder Musikus (alias Günter Lammel) vorbereitet. Zum ersten Höhepunkt des Abends trug er seine mit Spannung erwartete Fastenpredigt vor, die wie immer, zwei lokalen Mikrokosmen gewidmet war, zum einen dem musikalischen und zwischenmenschlichen Vereinsgeschehen des Musikvereins und seinem Status Quo als Heiratsmarkt, zum anderen der Echinger Gemeindepolitik, letzterer mit scharfsinnig-sarkastischen Anspielungen auf die welt- und europapolitische Großwetterlage. So etwa bei dem Seitenhieb „auf diesem Foto ist manches getürkt, Entschuldigung, dieses Wort ist in der heutigen Zeit unangebracht, da sagt man besser ‚alternative Fakten'". Zunächst aber wandte sich Echings Fastenprediger dem vormaligen Bürgermeister Josef Riemensberger zu: „Lieber Josef, bei Deinem Abschied wurde bereits alles erwähnt, was Du in 18 Jahren sogenanntem „Stillstand" bewegt und erreicht hast, darunter allein 15 größere Bauprojekte." Und dann stand natürlich Echings neues, junges Gemeindeoberhaupt im Fokus des Derbleckens, und trug diese heimische Heimsuchung mit Fassung und Humor. Da hatte sich Musikus gründlich kundig gemacht: „Herr Thaler, ich habe Ihre Vita gelesen. Geboren sind Sie in Nabburg, aufgewachsen in Kümmersbruck. Wer das nicht kennt: Kümmersbruck ist das Würselen der Oberpfalz". Dem ambitionierten Tennisspieler Sebastian Thaler übersetzte er die Gemeinderatspolitik gekonnt in seine Lieblingssportart: „Wenn Georg Bartl und Otmar Dallinger im Doppel antreten und einen Stopp-Ball kurz hinters Netz setzen, ziehen Sebastian Thaler und Anette Martin im Mixed den kürzeren, da kann der Spielaufbau noch so clever angelegt sein" oder auch: „Um die Sitzungen abzukürzen, wäre die Einführung eines Tie-Breaks nicht schlecht."
Beim Bayern-Battle in vier kniffligen Disziplinen, bei denen es um Wissen, Schnellig- und Geschicklichkeit, Atem- Arm- und sonstige Kräfte ging, traten fünf motivierte Vereinsvertretungen aufeinander – und gegeneinander an. Souverän die Nase vorn hatte mit den Echinger Burschen sowohl die lauteste wie lustigste Mannschaft und konnte den Gesamtsieg für sich verbuchen. Es folgten auf den Plätzen zwei bis fünf die Landjugend, die Schützen, das Kulturforum und die Günzenhauser Burschen. Dass die gestandenen Mannsbilder beim einarmigen Maßkrugstemmen, beim erbarmungslosen Luftballonzerquetschen oder auch beim Flach- nicht Hochstapeln von Biertrageln tüchtig punkten konnten, war zu erwarten gewesen. Dass sie aber auch das Quiz für sich entscheiden konnten, lag größtenteils am gekonnten Umgang mit der Vuvuzela, die den bei Ratespielen üblichen Buzzer ersetzte – da fehlte den anderen Kombattanten ganz einfach auch die Puste. Letztere hielt bei erfahrenen Partygängern auch noch nach Mitternacht an – vorzugsweise an der Bavaria-Bar.


Immer hörens- und lesenswert –eine Sprüche-Auswahl vom Bruder Musikus (alias Günter Lammel):

Zum Vereinsleben des Musikvereins Sankt Andreas anno 2016

„Ein Highlight der besonderen Art war die Fahrt nach Bad Kissingen zum Landesentscheid des Oberstufenwettbewerbs, wo sich die besten Blasorchester als ganz Bayern trafen. Der Aufwand war zwar hoch - acht Stunden Fahrt mit dem Bus für zwanzig Minuten auf der Bühne, aber es hat sich gelohnt! Allein das Ambiente im prunkvollen Regentsaal mitten im Kurpark war schon die Reise wert, und dann noch die Stadtkapelle Dachau geschlagen zu haben, was will man mehr."
„Noch bevor der Bus die Autobahn erreicht hatte, war das Bier aus. An einer Tankstelle wurde nachgefasst. Danach war wohl nur noch der Busfahrer nüchtern, wenn auch vom Alkoholdunst etwas benebelt."
„Unser Jugendorchester wird ja nun von Benedikt Migge dirigiert. Mag sein, dass ihn sein Bart etwas älter erscheinen lässt und dass seine Mutter, die Maria Migge, unsere neue Vereinsvorsitzende, ob ihrer neuen Aufgabe so jugendlich frisch wirkt, auf jeden Fall wurde beim Standkonzert zur Eröffnung des Freisinger Volksfest die Maria als Gattin vom Benedikt begrüßt. Die Begeisterung über dieses Kompliment hielt sich bei der Maria allerdings in Grenzen, da der Sprecher zuvor unseren Musikverein St. Andreas als „Trachtenverein aus Eching" vorgestellt hatte."

Im Visier von Bruder Musikus: Bürgermeister Sebastian Thaler

Thema Pünktlichkeit: „Ja, Herr Bürgermeister, das mit den Terminen ist so eine Sache. In einem Interview haben Sie es ja selbst zugegeben, dass Pünktlichkeit nicht gerade ihre Stärke ist. Die Vereine haben das verstanden und für den Fall der Fälle immer einen Plan B im Hinterkopf. So auch heute: „Kommt er rechtzeitig zum Anzapfen, und wenn net, wer macht's dann." Ganz clevere Vereine haben noch einen Plan C in petto: „Was machen wir, wenn er gar nicht kommt?"
Heute ist er da, und da kann ich meinen Text A aufsagen: Sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir freuen uns sehr, dass sie heute den Weg zu uns gefunden haben, begleitet von Ihrer charmanten Gattin Marlen."

Thema Kommunalpolitik: „Auch im Gemeinderat schlägt er sich tapfer, auch wenn er so manches Match nicht gewinnen konnte. Denn wenn Georg Bartl und Otmar Dallinger im Doppel antreten und einen Stopp-Ball kurz hinters Netz setzen, ziehen Sebastian Thaler und Anette Martin im Mixed den kürzeren, da kann der Spielaufbau noch so clever angelegt sein. Frau Hirschmann zieht es ja neuerdings vor, im Einzel anzutreten, was die „Bürger für Eching" zu einem zwar kleinen, aber geschlossenen und schlagkräftigen Team werden ließ. Die SPD-Mannschaft schickt abwechselnd ihre stärksten Spielerinnen ins Rennen, die Grünen kümmern sich mehr um die liegengebliebenen Bälle, und die „Echinger Mitte" sieht man zunehmend am Spielfeldrand. Und gibt es mal unterschiedliche Auffassungen über die Spielregeln, kann der Leon Eckert als Oberschiedsrichter seine Qualitäten beweisen.
Um die Sitzungen abzukürzen, wäre die Einführung eines Tie-Breaks nicht schlecht. So aber möchte jeder Gemeinderat noch selbst einen Ball ins Spiel bringen, obwohl schon jede Vor- und Rückhand geschlagen wurde, und beide Seite hoffen noch auf einen Punktgewinn - und der Zuhörer sehnt das Ende des Schlagabtausches herbei."

Thema Rathausklima: „Abschließend noch ein Wort zum Klima im Rathaus. Mir taugt es. Im Archivkeller ist es immer gleichmäßig temperiert. Ich mache auch regelmäßig das Fenster auf und lasse frische Luft herein. Vielleicht gibt es in anderen Räumen ab und zu mal dicke Luft. Dann hilft nur Heizung aus, gut durchlüften und sich warm anziehen. Bei der Sanierung des Rathauses wird ja eine mechanische Belüftungsanlage eingebaut. Dann kann es in dieser Hinsicht überhaupt keine Probleme mehr geben."


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Es stoßen miteinander an (von links: Wirt Udo Vogt, Günter Lammel alias Bruder Musikus, Marlen und Sebastian Thaler, Musikvereinsvorsitzende Maria Migge und Michael Daschner (Weihenstephan).

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.